Analverkehr
Unter Analverkehr oder Analkoitus (von lat. anus After) (auch: Pedicatio), umgangssprachlich auch Arschfick (vulgär) genannt, versteht man das Einführen des erigierten männlichen Gliedes in den After des Sexualpartners. Das Einführen eines Sexspielzeugs (Dildo, Butt Plug, Vibrator) oder anderer Gegenstände, der Finger oder der Hand (Fisting) sowie der Zunge (Anilingus) zählt zur analen Stimulation und nicht zum Analverkehr.
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Allgemeines
2 Risiken, Safer Sex und HIV
3 Vorbehalte und Aufgeschlossenheit gegenüber Analverkehr
4 Strafrechtliche Sanktionierung von Analverkehr
5 Siehe auch
6 Literatur und Analverkehr
7 Weblinks
Allgemeines
Der Afterbereich ist bei beiden Geschlechtern eine sexuell stimulierbare erogene Zone, die mit vielen Nervenenden ausgestattet ist. Zusätzlich führt beim Mann passiver Analverkehr zur Reizung der sexuell empfindlichen Prostata, die einen Orgasmus auslösen kann. Bei der Frau können durch Analverkehr auch der A-Punkt und das Scheidengewebe stimuliert werden.
Römischer Mann und Jugendlicher beim Sex., gefunden in Estepa, Spanien.Aktiv wird beim Analverkehr diejenige Person genannt, die ihren Penis einführt, passiv diejenige, bei der der Penis eingeführt wird. Beides kann als lustvoll empfunden werden.
Weder Darm noch Cowpersche Drüsen produzieren genug natürliche Gleitflüssigkeiten, so dass für den Analverkehr im Allgemeinen ein Gleitmittel (am besten spezielle, fettfreie synthetische Gleitmittel, die Latexkondome nicht angreifen) verwendet werden muss. Wird behutsam vorgegangen, ist der passive Partner jedoch in der Lage, den Schließmuskel so weit zu entspannen, dass ein Eindringen (mit Gleitsubstanzen) schmerzfrei möglich ist und der Analverkehr als lustvoll empfunden werden kann. (Manche empfinden den punktuellen Schmerz beim Eindringen oder beim Zu-weit-Gehen als lustvoll.) Eine Überdehnung des Schließmuskels bringt die Gefahr von Rissen mit sich. Ebenso kann zu tiefes Eindringen zu innerlichen Verletzungen im Enddarm führen. Aktuelle Studien zur Verbreitung des Analverkehrs sind nicht bekannt.
Der passive Partner kann sich auf den Analverkehr vorbereiten, z. B. durch eine Analspülung (bzw. einen Einlauf). Ebenso werden von einigen Liebhabern des Analverkehrs im Vorwege spezielle Übungen zur Analdehnung vorgenommen. Weiterhin kann durch Inhalation von Poppers eine erhöhte Durchblutung und damit Dehnfähigkeit des Schließmuskels erreicht werden. Der Kauf und Verkauf dieser Substanzen, die gesundheitliche Risiken bergen, ist jedoch in Deutschland verboten.
Zur Stimulation kann der aktive Partner den passiven Partner mit den Fingern oder Objekten wie Dildos oder Butt Plugs penetrieren. Es kann auch ein Harness benutzt werden, um damit den Dildo wie einen künstlichen Penis zu benutzen (auch als Strap-on bekannt). Dies ist oft eine Spielart des BDSM und wird Pegging genannt.
Risiken, Safer Sex und HIV
Beim Analverkehr besteht gegenüber dem Vaginalverkehr drastisch erhöhte Verletzungsgefahr: Die stark durchblutete Schleimhaut des Enddarms ist wesentlich empfindlicher als beispielsweise die Vagina. Durch die kleinsten Verletzungen können Viren und Bakterien im Enddarmbereich leicht übertragen werden. Zudem ist der After durch den Schließmuskel fest verschlossen, was ein Eindringen erschwert. Dadurch kommt es auch teilweise beim Analverkehr zum bereits erwähnten Missbrauch von gesundheitsschädigenden Substanzen wie Poppers.
Durch die beim Analverkehr entstehenden Verletzungen besteht die Gefahr einer sexuell übertragbaren Erkrankung, insbesondere einer Ansteckung mit HIV, Hepatitis B oder Hepatitis C. Vor allem Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern sollten deshalb beim Analverkehr immer Kondome verwenden, eine erhöhte Sicherheit können spezielle, extrastabile Präservative bieten, die eine höhere Elastizität und eine dickere Wandstärke aufweisen. Die Verwendung von Gleitmittel auf Wasser- oder Silikon-Basis reduziert das prinzipielle Verletzungsrisiko erheblich. Ungeschützter Analverkehr wird mit dem Begriff Barebacking bezeichnet.
Abwechselnd praktizierter Vaginal- und Analverkehr sollte stets mit einem Kondomwechsel kombiniert werden, da ansonsten Keime aus dem Enddarm in die Vagina eingebracht werden und Entzündungen auslösen können, dieses Risiko besteht auch, wenn Samen bei ungeschütztem Verkehr aus dem After austritt und mit der Vagina in Berührung kommt.
Vorbehalte und Aufgeschlossenheit gegenüber Analverkehr
Abgelehnt kann Analverkehr etwa werden, da er Risiken mit sich bringt. Auch die Verbindung mit Fäkalien kann zur Ablehnung führen.
Es gibt Menschen, die passiven Analverkehr ablehnen, da sie befürchten, dass dieser von Schmerzen begleitet wird oder sie empfinden diese Praktik als demütigend für den passiven Teil. Analverkehr wird in einigen Kulturen als Tabubruch verstanden, seine Durchführung war bis 2003 in einigen US-Bundesstaaten wie Texas und Missouri unter Strafe gestellt. Insbesondere die passive Variante gilt bei Männern in manchen Kulturen als Zeichen von Unmännlichkeit bzw. Effemination.